Chirurgische Tagesklinik Bergheim

Haglundferse

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Was ist eine Haglundferse?

Die Haglundferse beschreibt eine knöcherne Ausziehung am hinteren, oberen Fersenbeinrand. Diese Exostose führt oft zu schmerzhaften Druckstellen, Reizungen des Schleimbeutels oder Entzündungen am Ansatz der Achillessehne. Meist resultiert die Erkrankung aus einer Kombination einer angeborenen Fußform und mechanischer Belastung durch festes Schuhwerk. Eine präzise Diagnose entscheidet, ob eine konservative Entlastung oder die operative Abtragung der Verknöcherung zur Heilung führt.

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Ursachen: Wie kommt es zu einer Haglundferse?

Die Entstehung einer Haglundferse ist fast immer das Resultat eines chronischen mechanischen Konflikts zwischen der individuellen Knochenarchitektur des Fersenbeins und dem umgebenden Gewebe. Während ein physiologisch geformtes Fersenbein ausreichend Raum für Sehnen und Schleimbeutel bietet, führt eine prominente knöcherne Ausziehung (Exostose) am hinteren, oberen Rand zu einer schmerzhaften Einengung – dem sogenannten Rückfußimpingement.

Die Auslöser für diese knöcherne Prominenz und die damit verbundenen Beschwerden sind meist multifaktoriell und lassen sich in anatomische Varianten und externe Belastungsfaktoren unterteilen:

  • Anatomische Prädisposition: Die primäre Ursache liegt häufig in der genetisch bedingten Form des Fersenbeins (Os calcis). Eine verstärkte Ausladung oder eine besonders steile Stellung des Knochens schafft die bauliche Voraussetzung für einen dauerhaften Druckkonflikt im Schuh.
  • Mechanischer Außendruck: Festes Schuhwerk mit einer harten, unflexiblen Hinterkappe fungiert als klassischer externer Verstärker. Der permanente Druck auf die knöcherne Vorwölbung reizt die darüberliegende Hautschicht und provoziert entzündliche Prozesse im Weichteilgewebe.
  • Fußfehlstatik und Fehlstellungen: Bestehende Deformitäten wie ein ausgeprägter Hohlfuß (Pes cavus) oder ein Rückfußhochstand verstärken den Anpressdruck am oberen Fersenbeinrand. Diese statischen Abweichungen verlagern den mechanischen Belastungspunkt im Schuh ungünstig nach oben.
  • Sportliche Überlastungsmuster: Intensive Laufbelastungen, insbesondere beim Bergauflaufen oder Sprints, erhöhen die Spannung der Achillessehne und damit den Anpressdruck des Schuhs gegen die Ferse. Die wiederkehrende Mikrotraumatisierung fördert reaktive Verknöcherungen und chronische Reizzustände.
  • Sekundäre Gewebeveränderungen: Chronische Reizungen führen oft zu einer schmerzhaften Verdickung des Schleimbeutels (Bursitis) sowie zu Einlagerungen am Sehnenansatz. Diese Volumenzunahme verschärft den ohnehin bestehenden Platzmangel und unterhält einen Teufelskreis aus Druckschmerz und Entzündung.

Haglundferse: Symptome

Eine Haglundferse äußert sich meist schleichend und beginnt oft mit einer unauffälligen Rötung oder einer leichten Druckempfindlichkeit am hinteren Fersenbein. Im weiteren Verlauf entwickelt sich ein charakteristischer Belastungsschmerz, der vor allem beim Tragen von festem Schuhwerk mit harter Hinterkappe auftritt. Betroffene bemerken häufig eine knöcherne Vorwölbung, die nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch zu einer sichtbaren Schwellung der Weichteile führt. Diese Symptomatik resultiert aus dem chronischen mechanischen Konflikt zwischen dem Knochenvorsprung und den empfindlichen Strukturen wie dem Schleimbeutel oder dem Ansatz der Achillessehne.

Die typischen Beschwerden einer Haglund-Exostose lassen sich in folgende Symptome unterteilen:

  • Sichtbare knöcherne Prominenz: Am hinteren, äußeren Rand des Fersenbeins zeigt sich eine deutliche, harte Vorwölbung unter der Haut.
  • Lokale Entzündungszeichen: Rötungen, Überwärmung und Schwellungen im Bereich des Sehnenansatzes sind häufige Begleiterscheinungen.
  • Druckschmerzhaftigkeit: Das direkte Berühren der Ferse oder der Druck durch die Schuhkante löst stechende Schmerzen aus.
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis): Ein schmerzhaftes Druckgefühl tief im Gewebe deutet oft auf eine entzündliche Beteiligung des Schleimbeutels zwischen Sehne und Knochen hin.
  • Anlaufschmerz und Belastungsschmerz: Besonders nach Ruhephasen oder bei sportlicher Aktivität (insbesondere beim Bergauflaufen) intensivieren sich die Beschwerden.
  • Verdickung der Achillessehne: Durch die chronische Reizung kann der Sehnenansatz ödematös aufquellen, was die Beweglichkeit im Sprunggelenk einschränken kann.
  • Hautveränderungen: Im Bereich des größten Drucks bildet sich oft eine verstärkte Hornhaut oder es entstehen schmerzhafte Druckstellen und Blasen.
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Diagnose einer Haglundferse

Die Diagnosesicherung erfolgt in unserer Fachklinik durch eine Kombination aus klinischer Erfahrung und moderner Technik. Eine frühzeitige Untersuchung ist entscheidend, um die Weichen für eine erfolgreiche Heilung zu stellen.

Klinische Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung beurteilt der Facharzt den Rückfuß auf knöcherne Prominenzen sowie Entzündungszeichen wie Rötungen oder Schwellungen. Gezielte Tastbefunde klären, ob der Schmerz direkt über dem Knochenvorsprung, am Schleimbeutel oder am Ansatz der Achillessehne lokalisiert ist. Funktionstests sowie eine Gangbildanalyse identifizieren zudem Beweglichkeitseinschränkungen oder statische Fehlbelastungen wie einen Hohlfuß. Diese klinische Einordnung ist entscheidend, um die anatomische Form mit den tatsächlichen Beschwerden des Patienten in Einklang zu bringen.

Bildgebende Verfahren

Bildgebende Verfahren sind unerlässlich, um das Ausmaß der Exostose und die Weichteilbeteiligung objektiv darzustellen. Eine Röntgenaufnahme unter Belastung bildet die Basis, um die knöcherne Form des Fersenbeins sicher zu beurteilen. Ergänzend macht eine Sonographie Entzündungen des Schleimbeutels oder Sehnenveränderungen in Echtzeit sichtbar. In komplexen Fällen liefert eine Magnetresonanztomographie (MRT) präzise Schichtbilder bei Verdacht auf tieferliegende Sehnen- oder Knochenmarkschäden. Diese Diagnostik erlaubt es, den Grad der Schädigung exakt zu bestimmen und die Notwendigkeit eines Eingriffs abzuwägen.

Fowler-Philips-Winkel

Der Fowler-Philip-Winkel dient als radiologisches Maß zur Quantifizierung der Haglund-Exostose in der Seitaufnahme. Er beschreibt den Winkel zwischen der unteren Fersenbeinfläche und der hinteren Knochenkante, an der die Vorwölbung auftritt. Werte über 75° weisen auf eine Formvariante hin, die ein mechanisches Impingement-Syndrom begünstigt. Dennoch fungiert dieser Winkel primär als Orientierungshilfe und wird stets im Kontext der klinischen Symptomatik bewertet. Ein vergrößerter Winkel allein erzwingt keine Operation, unterstreicht jedoch die mechanische Ursache bei bestehenden Schmerzen.

Unterschied: Haglundferse, Fersensporn oder Achillodynie?

Obwohl alle drei Krankheitsbilder Schmerzen im Rückfuß verursachen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Anatomie und der genauen Lokalisation der Beschwerden. Eine präzise Differenzierung ist entscheidend, da die therapeutischen Ansätze stark variieren.

Die Haglundferse (Haglund-Exostose)

Die Haglundferse ist eine knöcherne Ausziehung am hinteren, oberen Rand des Fersenbeins. Der Schmerz entsteht hier primär durch den mechanischen Druck des Schuhs auf diesen Knochenvorsprung. Dies führt häufig zu einer schmerzhaften Entzündung des Schleimbeutels zwischen Knochen und Achillessehne. Charakteristisch ist eine sichtbare Vorwölbung direkt am Schuhansatz.

Der Fersensporn (Kalkaneussporn)

Im Gegensatz zur Haglundferse liegt ein klassischer Fersensporn meist an der Unterseite des Fersenbeins (plantarer Fersensporn). Er entsteht durch eine chronische Überlastung der Sehnenplatte der Fußsohle (Plantarfaszie). Die Schmerzen treten typischerweise unter der Ferse auf, besonders als stechender „Anlaufschmerz“ am Morgen oder nach längeren Ruhephasen. Ein hinterer Fersensporn kann jedoch auch direkt am Ansatz der Achillessehne liegen und wird dann oft mit der Haglundferse verwechselt.

Die Achillodynie

Die Achillodynie bezeichnet ein Schmerzsyndrom der Achillessehne selbst, meist verursacht durch degenerative Veränderungen oder Mikrotraumata im Sehnengewebe. Im Unterschied zur Haglundferse liegt das Schmerzzentrum hier oft 2 bis 6 cm oberhalb des Fersenbeinansatzes in der sogenannten „Stoffwechsel-Grenzschicht“. Es handelt sich primär um eine Überlastungserscheinung der Sehne und nicht zwingend um eine knöcherne Fehlform.

Unterschiede im Überblick:

Haglundferse: Knochenvorsprung oben/hinten am Fersenbein (Druckschmerz).

Fersensporn: Knöcherner Auswuchs meist unter der Ferse (Belastungsschmerz beim Auftreten).

Achillodynie: Schmerzen und Verdickung direkt in der Achillessehne (reines Sehnenproblem).

Konservative Maßnahmen bei einer Haglundferse

Solange die knöcherne Prominenz die Achillessehne nicht strukturell schädigt, bildet die konservative Therapie die primäre Behandlungssäule. Ziel ist es, den mechanischen Druck auf den Fersenbeinrand konsequent zu reduzieren und Entzündungen im Weichteilgewebe zur Ruhe zu bringen. Durch eine Kombination aus Entlastung und physikalischen Verfahren kann oft Schmerzlinderung ohne chirurgischen Eingriff erreicht werden. Hierzu zählen klassischerweise die Anpassung des Schuhwerks auf weiche Hinterkappen, orthopädische Einlagen mit Fersenerhöhung sowie die Stoßwellentherapie zur Förderung der Geweberegeneration.

Grenzen der konservativen Therapie

  • Trotz konsequenter Anwendung stoßen diese Methoden bei ausgeprägten Exostosen häufig an ihre Grenzen. Verursacht die knöcherne Formvariante ein dauerhaftes Impingement der Achillessehne, bewirken konservative Ansätze oft nur eine temporäre Besserung. Bleibt die mechanische Ursache bestehen, drohen chronische Rückfälle oder eine fortschreitende Sehnendegeneration. In solchen Fällen, besonders bei dauerhaft eingeschränkter Lebensqualität, stellt die operative Abtragung die einzige Möglichkeit dar, das Problem ursächlich und dauerhaft zu lösen.

Operative Entfernung einer Haglundferse

Wenn die konservative Therapie aufgrund der knöchernen Ausprägung keine dauerhafte Linderung bringt oder bereits strukturelle Schäden an der Achillessehne drohen, bietet die operative Sanierung in unserer Fachklinik die Chance auf eine nachhaltige Beschwerdefreiheit. Ziel des Eingriffs ist es, das mechanische Hindernis – die Haglund-Exostose – präzise abzutragen, um den Druck auf den Schleimbeutel und die Sehne dauerhaft zu eliminieren und die anatomische Harmonie im Rückfuß wiederherzustellen.

Moderne chirurgische Verfahren

In der Chirurgischen Tagesklinik Bergheim führen wir diese Eingriffe routiniert und gewebeschonend durch. Je nach individuellem Befund und dem Zustand der Achillessehne kommen verschiedene Techniken zum Einsatz:

  • Minimalinvasive Exostosenabtragung (endoskopisch): Über kleinste Inzisionen wird eine Kamera sowie Spezialinstrumente eingeführt, um den Knochenvorsprung unter Sicht abzufräsen. Dieses Verfahren schont die Weichteile und den Sehnenansatz massiv, was zu einer schnelleren Wundheilung führt.
  • Offene Haglund-Abtragung: Bei besonders ausgeprägten Verknöcherungen oder wenn gleichzeitig entzündetes Schleimbeutelgewebe entfernt werden muss, ermöglicht der offene Zugang eine direkte Übersicht. Hierbei wird die knöcherne Kante präzise modelliert, um jeglichen Reizfaktor zu beseitigen.
  • Sehnen-Debridement und Refixation: Sollte die Haglundferse bereits zu Verschleißerscheinungen am Ansatz der Achillessehne geführt haben, wird das geschädigte Gewebe gesäubert (Debridement). Falls erforderlich, wird die Sehne anschließend mit modernen Ankersystemen sicher am Fersenbein refixiert, um die volle biomechanische Belastbarkeit wiederherzustellen.

Vorteile des operativen Eingriffs bei einer Haglundferse

Im Gegensatz zur rein symptomorientierten konservativen Behandlung, die lediglich die Entzündung lindert, ermöglicht die Operation eine direkte und dauerhafte Beseitigung der mechanischen Ursache. Durch die präzise chirurgische Abtragung der knöchernen Exostose wird der chronische Druckkonflikt im Rückfuß endgültig gelöst, wodurch das betroffene Gewebe und die Achillessehne ohne ständige Reizzustände regenerieren können.

Nachhaltige Entlastung und Belastbarkeit

Die operative Sanierung in unserer Fachklinik bietet entscheidende Vorteile für Ihre langfristige Mobilität:

  • Ursächliche Problembehebung: Während Einlagen und Schonung nur vorübergehend entlasten, wird durch die Glättung des Fersenbeins die anatomische Ursache des Schmerzes entfernt. Dies verhindert wirksam chronische Rückfälle (Rezidive).
  • Schutz der Achillessehne: Durch die Entfernung der scharfen Knochenkante wird ein drohender Verschleiß oder gar ein Anriss der Achillessehne verhindert. Die Integrität der Sehne bleibt langfristig gewahrt, da die mechanische Reibung entfällt.
  • Schnellere Rückkehr zur Aktivität: Dank moderner, gewebeschonender OP-Techniken kann nach der Abheilung der Wunde oft zügig mit einer gezielten Physiotherapie begonnen werden. Ziel ist die volle Wiederherstellung der Sportfähigkeit ohne die ständige Sorge vor erneuten Druckschmerzen.

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Ablauf der Operation bei Haglundferse

Die operative Versorgung zielt darauf ab, die physiologische Form des Fersenbeins anatomisch exakt wiederherzustellen. In unserer Fachklinik setzen wir dabei auf moderne, gewebeschonende Verfahren, um den mechanischen Druckkonflikt dauerhaft zu lösen und eine optimale Heilung der gereizten Weichteile zu ermöglichen.

Vorbereitung und Anästhesie

Der Eingriff erfolgt wahlweise in einer kurzen Vollnarkose oder einer regionalen Betäubung. Vorab markiert der Operateur die knöcherne Prominenz präzise unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle, um den optimalen Zugangsweg festzulegen.

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Minimalinvasiver oder offener Zugang

Je nach Befund erfolgt ein kleiner Hautschnitt seitlich der Achillessehne. Wir achten streng darauf, die Sehne selbst sowie die versorgenden Nerven und Gefäße bestmöglich zu schützen.

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Entfernung des entzündeten Schleimbeutels (Bursektomie)

Häufig ist der Schleimbeutel zwischen Sehne und Knochen chronisch verändert. Um die Schmerzursache vollständig zu eliminieren, wird das entzündlich verdickte Gewebe vorsichtig entfernt, wodurch die Sehne wieder frei gleiten kann.

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Präzise Knochenabtragung (Exostosektomie)

Mit spezialisierten Instrumenten (wie einer chirurgischen Fräse oder einem Meißel) wird die überschüssige Knochenkante am Fersenbein abgetragen. Das Ziel ist eine harmonische Rundung des Knochens, um jegliches Impingement zu beseitigen.

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Glättung und Sehnenkontrolle

Nach der Abtragung wird die Knochenoberfläche geglättet, um neue Reizpunkte zu vermeiden. Gleichzeitig wird der Ansatz der Achillessehne auf eventuelle Schäden geprüft und bei Bedarf gesäubert oder stabilisiert.

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Wundverschluss und Funktionsverband

Der Eingriff endet mit einer feinen Hautnaht und einem sterilen Druckverband. Gegebenenfalls wird der Fuß kurzzeitig in einer Schiene oder einem Spezialschuh ruhiggestellt, um die erste Phase der Wundheilung optimal zu unterstützen.

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Haglundferse OP: Nachbehandlung

Eine strukturierte Nachbehandlung ist der Schlüssel für ein optimales Operationsergebnis und eine zügige Rückkehr in den Alltag. Ziel in der Chirurgischen Tagesklinik Bergheim ist es, die Heilungsphase so kurz wie möglich zu halten, während das operierte Gewebe die nötige Stabilität zurückgewinnt. Dabei setzen wir auf ein stufenweises Konzept aus Entlastung und frühfunktioneller Mobilisierung.

Der Weg zurück zur vollen Belastbarkeit

Die Rehabilitation nach der Abtragung einer Haglund-Exostose gliedert sich in verschiedene Phasen:

  • Initiale Ruhephase (Woche 1–2): Unmittelbar nach dem Eingriff steht die Wundheilung im Vordergrund. Der Fuß wird in einem speziellen Entlastungsschuh oder einer Schiene geschützt. Kühlung und konsequentes Hochlagern minimieren Schwellungen und unterstützen den Heilungsprozess der Weichteile.
  • Frühfunktionelle Mobilisierung (ab Woche 3): Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist und die Fäden entfernt wurden, beginnt die physiotherapeutische Mitbehandlung. Durch gezielte Lymphdrainage und vorsichtige Bewegungsübungen wird die Beweglichkeit im Sprunggelenk gefördert, ohne den Sehnenansatz zu überlasten.
  • Stufenweise Belastungssteigerung: Unter fachkundiger Anleitung wird die Belastung im Spezialschuh sukzessive gesteigert. Der Übergang zu normalem, weichem Schuhwerk erfolgt individuell, meist nach etwa vier bis sechs Wochen, sobald die knöcherne Abtragungsstelle stabil verheilt ist.
  • Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten: Leichte sportliche Belastungen wie Radfahren oder Schwimmen sind oft nach ca. sechs bis acht Wochen möglich. High-Impact-Sportarten (Laufen, Sprünge) erfordern eine längere Regenerationszeit von meist drei Monaten, um eine dauerhafte Reizfreiheit des Sehnenansatzes zu garantieren.

Unser Experten-Tipp

Um ein Rezidiv oder chronische Reizungen zu vermeiden, ist die Wahl des richtigen Schuhwerks nach der Heilung entscheidend. Wir empfehlen Schuhe mit weicher oder gar keiner Hinterkappe sowie das konsequente Dehnen der Wadenmuskulatur, um den Druck auf das Fersenbein dauerhaft zu minimieren.

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Heilungsdauer und Prognose

Die Heilungsdauer nach einer operativen Sanierung der Haglundferse beträgt in der Regel sechs bis zwölf Wochen, wobei die individuelle Wundheilung und Gewebebeschaffenheit den Verlauf maßgeblich beeinflussen. Während leichte Alltagsbelastungen meist nach etwa sechs Wochen wieder möglich sind, erfordert die vollständige Rückkehr zu sportlichen Hochbelastungen oft eine Geduldsprobe von drei bis sechs Monaten. Die langfristige Prognose ist bei konsequenter Nachbehandlung und korrekter Wahl des Schuhwerks exzellent, da die mechanische Schmerzursache dauerhaft beseitigt wurde. In den meisten Fällen erreichen unsere Patienten eine vollständige Schmerzfreiheit und können ihren gewohnten Aktivitäten ohne Einschränkungen wieder nachgehen.

Die richtigen Schuhe bei Haglundferse

Die Wahl des passenden Schuhwerks ist sowohl in der konservativen Therapie als auch in der Zeit nach einer Operation der entscheidende Faktor für Ihren Behandlungserfolg. Da der Schmerz bei einer Haglundferse primär durch mechanischen Druck entsteht, zielt die richtige Schuhwahl darauf ab, den Kontakt zwischen der knöchernen Ausziehung und der Schuhhinterkappe zu minimieren oder gänzlich zu eliminieren.

Worauf Sie beim Schuhkauf achten sollten

Um die gereizte Ferse nachhaltig zu entlasten, haben sich folgende Kriterien in der Praxis bewährt:

  • Weiche oder fehlende Hinterkappen: Bevorzugen Sie Schuhe mit einer sehr flexiblen, weich gepolsterten Ferse. In der Freizeit oder zu Hause sind hinten offene Schuhe wie Pantoletten oder Sandalen ideal, da sie jeglichen Druck vom Fersenbein nehmen.
  • Fersenerhöhung und Einlagen: Eine leichte Erhöhung der Ferse im Schuh (z. B. durch Silikonkissen) verändert den Winkel des Fersenbeins zur Schuhkante und kann den Druckpunkt verlagern. Spezielle orthopädische Einlagen helfen zudem, Fehlstellungen wie einen Hohlfuß auszugleichen.
  • Ausreichendes Volumen: Achten Sie auf eine großzügige Passform im Rückfußbereich. Zu enge Schuhe pressen das Gewebe gegen den Knochenvorsprung und unterhalten so die schmerzhafte Schleimbeutelentzündung.
  • Anpassung des Bestands: Manchmal hilft es, die Hinterkappen vorhandener Sportschuhe beim Orthopädieschuhmacher fachgerecht weiten oder punktuell aussparen zu lassen („Haglund-Ferse-Ausschleifung“).

Haglundferse: Übungen

In unserer Erfahrung in der Chirurgischen Tagesklinik Bergheim haben sich vor allem Dehnungs- und Mobilisationsübungen bewährt, die Sie einfach zu Hause durchführen können:

  • Exzentrisches Wadentraining: Stellen Sie sich mit den Vorfüßen auf eine Treppenstufe und lassen Sie die Fersen langsam und kontrolliert absinken. Drücken Sie sich anschließend mit dem gesunden Bein wieder nach oben. Dies stärkt die Sehne und verbessert ihre Belastungstoleranz.
  • Dehnung der Wadenmuskulatur: Lehnen Sie sich gegen eine Wand und stellen Sie ein Bein nach hinten, während die Ferse am Boden bleibt. Halten Sie die Spannung für mindestens 30 Sekunden. Eine flexible Wade reduziert den permanenten Zug am Fersenbeinansatz.
  • Mobilisation der Fußsohle: Rollen Sie mit der Fußsohle über einen Faszienball oder einen Tennisball. Dies lockert die Plantarfaszie, was wiederum die gesamte Spannung im Rückfußbereich positiv beeinflusst.
  • Schienbein-Aktivierung: Um ein Gleichgewicht zur starken Wadenmuskulatur herzustellen, hilft das bewusste Hochziehen der Fußspitzen gegen einen leichten Widerstand (z. B. ein Theraband).
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Sie haben eine Frage oder möchten einen Termin vereinbaren?

Haben Sie Fragen zu den modernen Behandlungsoptionen der Haglundferse oder wünschen Sie eine fachärztliche Beratung zu Ihrem individuellen Befund? Das Team der Chirurgischen Tagesklinik Bergheim begleitet Sie kompetent von der ersten Diagnosestellung bis zur vollständigen Genesung.

Ob telefonisch, per E-Mail oder ganz einfach über unser Online-Kontaktformular – wir vereinbaren zeitnah einen Termin, um gemeinsam den optimalen Therapieplan für Ihre Schmerzfreiheit zu erstellen. Bei uns stehen Ihre langfristige Mobilität und eine persönliche Betreuung an erster Stelle, damit Sie schon bald wieder ohne Druckschmerz und Einschränkungen aktiv durchs Leben gehen können.

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Unsere Ärzte in der chirurgischen Tagesklinik Bergheim

Unsere Ärzte

Dr. med. Holger Lidolt

Facharzt für Chirurgie, Sportmedizin, Notfallmedizin

Dr. Dagmar Adli

Fachärztin für Visceralchirurgie, Proktologie, Schwerpunkt Ästhetik

Dr. med. Alexander Büsing

Facharzt für Chirurgie, Visceralchirurgie, Proktologie, Spezielle Visceralchirurgie